"Zehn Jahre unterjocht"

1. Refrain
Ich weiss, das Jahr war lang. Und es gibt viel zu erzählen.
Weiss, ich habe Angst. Und nicht mehr viel zu erzählen.
Manchmal geht es runter und manchmal geht es hoch.
Das ist die Geschichte des Rappers Edwin Hold.
Ich weiss, das Jahr war lang. Und es gibt viel zu erzählen.
Weiss, ich habe Angst. Und nicht mehr viel zu erzählen.
Manchmal geht es runter und manchmal geht es hoch.
Das ist die Geschichte des Rappers Edwin Hold.

1. Strophe
Und es gab genug Gründe, warum ich Essen verliess.
Meine Alten hatten mich gestresst, sie waren gemein und fies.
Zehn Jahre lang muss ich für sie die Schande tragen.
Bis die Beiden von mir liessen, verging gut eine Dekade.
Hip-Hop hör ich schon seit Ende der '80er Jahren.
Rappen tu ich selber schon in den '90er Jahren.
Schon seit 2000 nehm ich Edwin Hold als Namen.
Und jetzt will ich's versuchen, ich will mit Hip-Hop aus der Armut.
'08 trag ich Kleider vom Roten Kreuz und Spenden von der Caritas.
Mein Geld besorg ich mir mit Schnorren, das meistens am Nachmittag.
20 Cent? Ein Hilferuf von mir, das sollt' ich meinen.
Und das ich echt um Hilfe rufe, das stört normal hier keinen.
Vor zwölf Jahren entwickelte ich Raplogics Development.
Aus deutscher Grammatik. Die ist heut' noch meinen Eltern fremd.
Heut' trag ich noch Baggies und mach Schwachsinn!
Heute rap ich anspruchslos, da mein Anspruch sonst zu hoch ist.

2. Refrain
Ich weiss, das Jahr war lang. Und es gibt viel zu erzählen.
Weiss, ich habe Angst. Und nicht mehr viel zu erzählen.
Manchmal geht es runter und manchmal geht es hoch.
Das ist die Geschichte des Rappers Edwin Hold.
Ich weiss, das Jahr war lang. Und es gibt viel zu erzählen.
Weiss, ich habe Angst. Und nicht mehr viel zu erzählen.
Manchmal geht es runter und manchmal geht es hoch.
Das ist die Geschichte des Rappers Edwin Hold.

2. Strophe
Meinen Bildschirm trug ich auf den Armen. Und ich fuhr mit Bus und Bahn.
Einen neuen Rechner, den kann ich mir heut' nicht leisten.
Doch dank opensuse kann ich auf den Pfeifen. 
Und dank audacity mach ich auf dem Alten Scheiben.
Arbeitslos und pleite. Ja das ist richtig geil.
Und anstatt zu arbeiten, leb' ich von Schnorrereien.
Schon mit 16 tat ich Programme schreiben.
Doch anstatt zur Ausbildung, soll ich darüber schweigen.
Sie wollten auch nicht, daß ich mich selbstständig mache.
Mutter sagt nicht lebensfähig, ich muß drüber lachen.
Innerlich zerissen, von dem ganzen Terz, behalt' ich meinen Hip-Hop im Herzen.
Und ein Jahrzehnt, muß ich von ihnen leben.
Mir egal, ob Mutter meint, ich könnt nicht ohne ihre Scheine.
Mutter, ich kann noch viel mehr, kann sogar darüber schreiben.
Das Ende der '90er. Langzeitarbeitslos, weil meine Alten doof sind.

3. Refrain
Ich weiss, das Jahr war lang. Und es gibt viel zu erzählen.
Weiss, ich habe Angst. Und nicht mehr viel zu erzählen.
Manchmal geht es runter und manchmal geht es hoch.
Das ist die Geschichte des Rappers Edwin Hold.
Ich weiss, das Jahr war lang. Und es gibt viel zu erzählen.
Weiss, ich habe Angst. Und nicht mehr viel zu erzählen.
Manchmal geht es runter und manchmal geht es hoch.
Das ist die Geschichte des Rappers Edwin Hold.

3. Strophe
2007 kriegt Mutter 'n Schlaganfall. 
Sie wollte keine Kohle schicken, nur vier Wochen lang.
Zehn Jahre - ging meine Alte für mich arbeiten.
Zehn Jahre - tat sie den Alten bescheissen.
Als Puff Daddy kam, war für sie sein Plan mein Wahn.
Zehn Jahre nach ihnen? Gut, ich lebe vom Hartz.
Jeden Tag gen Abend, ist meine Kraft erschöpft.
Selbst meine Hausaufgaben wurden nicht geschätzt.
Was ich auch vorhab, geringgeschätzt.
Und mit mir hat sich Norbert noch nie hingesetzt.
In der Schule, da lernte ich garantiert mehr.
Gymnasium, nur eins für Sozialwissenschaftler.
Naturwissenschaftler, M-I-N-T, Edward zum G., ich hab das Gymmi verfehlt.
Fragen sie mich, hat wer richtig geschlampt, dann antworte ich:
Ich und meine Eltern, die Krampen.

4. Refrain
Ich weiss, das Jahr war lang. Und es gibt viel zu erzählen.
Weiss, ich habe Angst. Und nicht mehr viel zu erzählen.
Manchmal geht es runter und manchmal geht es hoch.
Das ist die Geschichte des Rappers Edwin Hold.
Ich weiss, das Jahr war lang. Und es gibt viel zu erzählen.
Weiss, ich habe Angst. Und nicht mehr viel zu erzählen.
Manchmal geht es runter und manchmal geht es hoch.
Das ist die Geschichte des Rappers Edwin Hold.